Europäischer Tag des Notrufs

Die Menschen in Deutschland kennen die 112 bereits seit den 1970er Jahren. Seit 1991 ist die einheitliche Notrufnummer 112 auch ein Teil des europäischen Einigungsprojekts. Am 11. Februar ist Europäischer Tag des Notrufs. Das Datum geht auf die Notrufnummer 112 zurück. Doch was ist ein Notfall?

(Foto: FF Erlstätt) Die Mitglieder der FF bilden eine 112 und erinnern so an den Europäischen Notruftag

Seit Dezember 2008 erreichen Bürger der Europäischen Union europaweit die Notfalldienste unter der einheitlichen Notrufnummer 112, und zwar gebührenfrei aus allen Fest- und Mobilfunknetzen – und das in allen 27 Mitgliedsstaaten. Selbst in manchen Ländern außerhalb der EU, beispielsweise in der Schweiz oder in Südafrika, wird die 112 als Notrufnummer genutzt. In den meisten Ländern werden die Anrufe neben der landesspezifischen Sprache auch in Englisch oder Französisch entgegengenommen. „Damit Anrufe nicht das System überlasten, ist es wichtig, die Nummer wirklich nur im Notfall zu wählen, also um einen Krankenwagen oder die Feuerwehr zu rufen, wenn beispielsweise dringend ein Arzt benötigt wird, man Zeuge eines Verkehrsunfalls wird oder ein Haus brennt“, sagt ARCD-Pressesprecher Josef Harrer.

Was ist ein Notfall?

DRK-Bundesarzt Prof. Peter Sefrin: „Die 112 muss gewählt werden, wenn es lebensgefährlich wird. Dazu gehören schwere Unfälle, Vergiftungen, Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall, Kreislaufkollaps, schwere Atemnot, starker Blutverlust und andere lebensbedrohliche Situationen. Die 112 ist kostenfrei und kann europaweit auch vom Handy aus ohne Vorwahl gewählt werden.“ Sefrin: „Bitte keine Bagatellen an die 112 melden, diese blockieren sonst die echten Notfälle. In Deutschland hilft bei nicht lebensbedrohlichen Beschwerden der Hausarzt oder, wenn dieser nicht dienstbereit ist, der
Ärztliche Bereitschaftsdienst (Tel. 116 117). Er ist für Patienten gedacht, die außerhalb der Sprechzeiten des Hausarztes eine dringende ambulante Behandlung benötigen, sich aber nicht in einer lebensbedrohlichen Situation befinden. Neben speziellen Bereitschaftsdienstpraxen bieten viele Kassenärztliche Vereinigungen auch einen Hausbesuchsdienst an. Die 116 117 ist also keine Notrufnummer im eigentlichen Sinne. Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist der richtige Kontakt beispielsweise bei hohem Fieber in der Nacht oder einer akuten Magenverstimmung am Wochenende, wenn man normalerweise zum Hausarzt gehen würde.“

Fünf „W“ beachten

Im Fall eines Unfalls steht das Absichern der Unfallstelle an erster Stelle der Rettungskette. Dann wird der Notruf unter der Nummer 112 abgesetzt. Damit die Mitarbeiter der Leitstelle möglichst schnell passende Hilfe schicken können, sollten Anrufer die fünf „W“ beachten: Wo ist das Ereignis? Was ist geschehen? Wie viele Betroffene? Welche Verletzungen haben die Betroffenen? Warten auf Rückfragen. „Keine Sorge, die Mitarbeiter der Leitstellen fragen gezielt nach, wenn der Anrufer vor lauter Aufregung etwas vergisst. Selbst wenn bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand Wiederbelebungsmaßnahmen nötig sind, unterstützen Disponenten mancher Leitstellen Ersthelfer mit einer telefonischen Anleitung“, sagt Harrer.

Notruf per Fax

Auch Personen, die nicht sprechen oder hören können, haben die Möglichkeit, Hilfe anzufordern. Für sie sind manche Leitstellen in Deutschland unter der Notrufnummer 112 auch per Fax erreichbar. Und noch ein wichtiger Hinweis: „Wer die 112 aus Versehen anruft, sollte keinesfalls auflegen, sondern mitteilen, dass alles in Ordnung ist. Sonst kann es passieren, dass ein Rettungsdienst geschickt wird, um auszuschließen, dass ein Notfall vorliegt“, rät Harrer.

ARCD

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