Treibstoffversorgung bei Stromausfall

Deutschland ist vorbereitet: Für mindestens 90 Tage lagert der Bund Treibstoffreserven ein. Doch was geschieht bei einem Stromausfall? Langanhaltende und großräumige Stromausfälle hätten massive Auswirkungen auf die Bevölkerung in Deutschland.

Tanklager mit Kugeltanks in Karlsruhe (Foto: Ikar.us CC-BY 2.0)

Deutschland ist vorbereitet: Für mindestens 90 Tage lagert der Bund Treibstoffreserven ein. Doch was geschieht bei einem Stromausfall? Langanhaltende und großräumige Stromausfälle hätten massive Auswirkungen auf die Bevölkerung in Deutschland. Ohne Strom ist eine Auslagerung von Treibstoff aus Tanklagern und Tankstellen nicht möglich. Nur die wenigsten Tankstellen sind notstromversorgt. Wie kommt der Diesel vom Tanklager zu den Notstromaggregaten?

Mit den technischen, organisatorischen und rechtlichen Problemen der Treibstoffversorgung und den damit verbundenen Lösungsvorschlägen befasst sich der neue Leitfaden „Treibstoffversorgung bei Stromausfall“ des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). BBK-Präsident Christoph Unger und Landesbranddirektor Wilfried Gräfling haben ihn am 14. Dezember bei der Berliner Feuerwehr vorgestellt.

Schlüsselrolle bei Blackout: Treibstoffversorgung

Mit der Treibstoffversorgung steht und fällt die Bewältigung eines Blackouts. Trotz ausreichender Mengen an Treibstoff ist die Verteilung aus den Tanklagern die Achillesferse in der Notfallplanung. „Auf absehbare Zeit bleibt die Treibstoffversorgung der Schlüssel zur Bewältigung eines großräumigen und langanhaltenden Stromausfalls“, sagte Christoph Unger, Präsident des BBK, im Rahmen der Veranstaltung. Die Verteilung des Treibstoffs würde ohne gute Vorbereitung in Teilen scheitern. „Einsatzfahrzeuge, Notstromaggregate der Gefahrenabwehr und wichtige Einrichtungen müssen regelmäßig betankt werden können, sonst droht beispielsweise der Ausfall der Wasserversorgung, der Krankenhäuser, der Beatmung von Beatmungspatienten, aber auch der Telefone“, betonte Unger.

Eine Stadt mit einer halben Millionen Einwohner benötigt für eine Notversorgung der sogenannten Kritischen Infrastrukturen, also beispielsweise Krankenhäuser, Feuerwehr, Polizei und Notunterkünfte pro Tag rund 300 000 Liter Diesel. Etwa elf Tanklastwagen mit Treibstoff wären nötig, um eine solche Notversorgung zu garantieren. Dafür müssen schon vorher Tanklager und Tankstellen für die Kernversorgung festgelegt werden, Notstromaggregate beschaffen und Verträge geschlossen werden.

Zusammenarbeit auf allen Ebenen

Wie die Verteilung aus den Tanklagern gesteuert werden kann und wer den Treibstoff vorrangig erhalten sollte sind zentrale Fragen, mit denen sich ein Expertengremium mit Vertretern aus Bund, Ländern, Kommunen und der Mineralölbranche auseinandersetzte. Entstanden ist der Leitfaden „Treibstoffversorgung bei Stromausfall“, der mit besonderer Beteiligung der Berliner Feuerwehr vorgestellt wurde und die erste Empfehlung dieser Art darstellt. Landesbranddirektor Wilfried Gräfling betonte: „Ich muss gestehen, dass mir zu Beginn nicht bewusst war, welche umfangreichen Herausforderungen auf uns zukommen würden.“

Der Leitfaden „Treibstoffversorgung bei Stromausfall“ richtet sich maßgeblich an Akteure im Katastrophenschutz, Behörden, Organisationen mit Sicherheitsaufgaben und Betreiber Kritischer Infrastrukturen.

Der Leitfaden als PDF:

BBK

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