Mobiler Hochwasserschutz

Mobiler Hochwasserschutz

In den letzten Jahren wurde das unmittelbar an der Donau gelegene Kloster Weltenburg (BY) immer häufiger von Hochwasser heimgesucht. Seit 2006 wird es durch eine mobile Hochwasserschutzanlage geschützt.

Das Kloster Weltenburg befindet sich am Eingang des romantischen Donaudurchbruchs im Regierungsbezirk Niederbayern. Rund 500.000 Touristen besuchen jährlich die Abtei. Diese wurde von den iroschottischen-columbanischen Wandermönchen Eustasius und Agilus von Luxeuil (Burgund) um das Jahr 600 gegründet und ist somit die älteste klösterliche Niederlassung Bayerns. Die von den Gebrüdern Asam in den Jahren 1716-1739 unter dem damaligen Abt Maurus Bächl erbaute und ausgestaltete Abteikirche zählt zu den Spitzenleistungen des europäischen Barocks. Im Jahre 1803 fiel Weltenburg der Säkularisation zum Opfer und wurde aufgelöst. Bereits 1842 wurde durch König Ludwig I. von Bayern als Priorat wiedererrichtet und von Mönchen aus Metten besiedelt. Seit dem Jahre 1913 ist Weltenburg wieder Abtei.

Gefährdung durch Hochwasser

Immer häufiger wird das unmittelbar an der Donau gelegene Kloster Weltenburg von  Hochwasser heimgesucht: Pfingsten 1999, August 2003 und August 2005 überflutete das Hochwasser der Donau die gesamten Klosteranlagen. Beim Pfingsthochwasser 1999, wurden das Kloster, die Asamkirche, die Konventgebäude, die Klosterwirtschaft und die Brauerei überschwemmt und schwer beschädigt. Der Schaden wurde auf 1,5 Mio Euro beziffert.

In der kunsthistorisch einmaligen Asamkirche stand das Wasser rund einen halben Meter hoch und im Konventgebäude sowie im Gastronomietrakt floss das Wasser über die Fensterbrüstungen in die Räume im Erdgeschoss.

Mobile Hochwasserschutzanlage

Seit 2006 wird die Klosteranlage durch eine mobile Hochwasserschutzanlage geschützt. An den Baukosten von rund 2,2 Mio € beteiligte sich der Freistaat Bayern, die Stadt Kelheim und die Abtei.

Aufgrund der statisch günstigen Bedingungen der Umfassungsmauern des Klosters wurde das Mauerwerk in den oberirdischen HW-Schutz integriert. Die Torzufahrten zur Abtei im Norden und Westen werden mit mobilen Dammbalkenverschlüssen von bis zu 4 m Höhe und 23 m Breite gesichert. Die Öffnungen (Fenster, Türen) werden ebenfalls mit mobilen Verschlüssen gesichert. Es handelt sich dabei um ca. 55 Fensterverschlüsse und zehn Kellerfenster, die teils vollflächig, teils halbflächig an den vorhandenen Fenstergittern fixiert werden und über eine umlaufende Gummidichtung an das Gemäuer gepresst werden.

Bei der Planung und Umsetzung waren die Anforderungen des Denkmalschutzes von besonderer Bedeutung. Während eines Hochwassers sind die Klosteranlagen nur bedingt über einen Höhenweg zu erreichen, eine Herausforderung für die umliegenden Feuerwehren.

Thomas Birkner

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