Gegen Gaffer an Unfallstellen

Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann startete ein Pilotprojekt mit speziellen Sichtschutzwänden.

Ab sofort steht bei der Autobahnmeisterei Herrieden (A 6) in Mittelfranken sowie bei der Autobahnmeisterei Münchberg (A 9) in Oberfranken jeweils eine mobile Sichtschutzwand bereit. Bei schweren Verkehrsunfällen, die eine Einsatzdauer der Rettungskräfte von drei Stunden überschreiten, sollen die mobilen Sichtschutzwände künftig zum Einsatz kommen. Nicht zuletzt der schwere Busunfall Anfang Juli 2017 auf der A 9 bei Münchberg, bei dem 18 Menschen starben, hatte wieder einmal gezeigt, wie Gaffer die Rettungsarbeiten behindern und zum Teil auch gefährden. Das Pilotprojekt soll bis 2018 zeigen, ob die flächendeckende Stationierung von mobilen Sichtschutzwänden entlang der Autobahnen im Freistaat Bayern sinnvoll ist.

In enger Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium des Innern wurde mit der Fa. W. Wagner aus Oberzenn in Mittelfranken ein spezieller Sichtschutz entwickelt. Auf einem Tandemanhänger sind 100 m Sichtschutz, bestehend aus verschweißten, feuerverzinkten Rohrrahmen-Segmenten, mit einer Höhe von 2 m und einer Breite von 2,25 m verladen. Das Sichtschutznetz besteht aus Meshgewebe. Speziell dafür gefertigte Verankerungen gewährleisten eine Standfestigkeit auch bei extremen Wetterverhältnissen. Die Entnahme vom Anhänger und der Aufbau des Sichtschutzes können wegen des geringen Gewichts der Einzelteile mit nur einem Mann erfolgen. Neben der Autobahndirektion Nordbayern beteiligt sich auch das THW Hof an dem Pilotprojekt.

Thomas Birkner

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