Internationaler Tag der Feuerwehr

DFV-Präsident Hartmut Ziebs dankt zum Florianstag am 4. Mai für das Engagement. In Bayern soll schon bald das "Große Ehrenzeichen" verliehen werden und ein Europaabgeordneter nahm den Florianstag zum Anlass, gleich zwei Initiativen zu starten.

Sie sind haupt- und ehrenamtlich zur Stelle, wenn es brennt, wenn Menschen in einem Unfallwagen eingeklemmt sind oder ein Sturm wütet. Sie bringen Kindern und Jugendlichen bei, wie man Schläuche auswirft, Knoten knüpft und Teamgeist aufbaut. Sie sind von Kindesbeinen an mit vollem Engagement dabei. Sie retten, löschen, bergen und schützen mit Kameradschaft, Hilfsbereitschaft, Ideenreichtum und viel Idealismus. „Ich danke allen 1,3 Millionen Menschen in der Feuerwehr für ihren Einsatz!“, erklärt Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), zum Florianstag am Freitag, 4. Mai 2018.

Das Feuerwehrsystem in Deutschland setzt sich aus den Freiwilligen Feuerwehren, den Berufsfeuerwehren und den Werkfeuerwehren zusammen. Die Jugendfeuerwehren sind mehr als nur die wichtigste Nachwuchsquelle für die Einsatzabteilungen, sondern auch eine der größten Jugendorganisationen in Deutschland. Hier stehen für mehr als 249.000 Kinder und Jugendliche Feuerwehrtechnik und allgemeine Jugendarbeit auf dem Programm.

Florianstag: Florian von Lorch war Oberbefehlshaber einer Feuerbekämpfungseinheit im ausgehenden 3. Jahrhundert. Der Schutzpatron der Feuerwehr starb am 4. Mai 304 im heutigen Lorch (Österreich). An seinem Namenstag werden unter anderem Messen abgehalten, um aller Feuerwehrangehörigen zu gedenken, die sich selbstlos für andere einsetzen.

Neue Ehrung in Bayern

Der 'Internationale Tag der Feuerwehrleute' am 4. Mai ist auch für Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ein willkommener Anlass, das herausragende und tapfere Engagement der Feuerwehren in Bayern zu loben. "Wir sind stolz auf unsere rund 325.000 bayerischen Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner", erklärte der Minister. "Wir haben in Bayern ein ganz starkes Netzwerk von Feuerwehren, freiwilligen Hilfsorganisationen, THW, Bundeswehr und Polizei für schnelle Hilfe in Notfällen. Das hat schon vielen Bürgerinnen und Bürger das Leben gerettet." Besonders hob Herrmann den Einsatz der mehr als 310.000 ehrenamtlichen Feuerwehrdienstleistenden hervor: "Ein so starker freiwilliger Einsatz für die Gemeinschaft ist nicht selbstverständlich und bundesweit einmalig. Herzlichen Dank im Namen der gesamten Bayerischen Staatsregierung. Kommen Sie stets wohlbehalten von Ihren Einsätzen zurück!" Als Zeichen der besonderen Wertschätzung für jahrzehntelanges Engagement wies Herrmann auf das neue 'Große Ehrenzeichen' für eine 50-jährige aktive Dienstzeit bei den Freiwilligen Feuerwehren, den Werkfeuerwehren, den freiwilligen Hilfsorganisationen und beim Technischen Hilfswerk hin. Der entsprechende Gesetzentwurf der Staatsregierung wurde in der vergangenen Woche vom Bayerischen Landtag beschlossen.

Wie der bayerische Innenminister betonte, unterstützt der Freistaat die bayerischen Feuerwehren nach Kräften. So hat die Feuerwehrförderung  zur Beschaffung von Fahrzeugen und Gerätehäusern 2017 mit mehr als 51 Millionen Euro ein 10-Jahres-Hoch erreicht. "Das ist ein sattes Plus von 54 Prozent im Vergleich zu 2016", erläuterte Herrmann. "Von 2008 bis 2017 haben wir unsere Feuerwehren mit insgesamt rund 329 Millionen Euro unterstützt." Die positive Entwicklung in 2017 ist nach Herrmanns Worten maßgeblich auf die Anhebung der Festbeträge in der Feuerwehrförderung um 20 Prozent im Jahr 2015 zurückzuführen. Viele Kommunen profitieren daneben auch von den zusätzlich erhöhten Förderfestbeträgen in Regionen mit besonderem Handlungsbedarf und dem Förderzuschlag bei kommunaler Zusammenarbeit. Dazu kommen weitere befristete Sonderförderprogramme beispielsweise zur Unterstützung der Gemeinden bei der Ausrüstung ihrer Feuerwehrjugend mit Schutzbekleidung oder bei der Erstausrüstung der Feuerwehren mit digitalen Funkgeräten.

Ganz großen Wert legt der Innenminister auf eine gute Ausbildung der Feuerwehrfrauen und -männer. "Deshalb bauen wir unsere drei Staatlichen Feuerwehrschulen kontinuierlich aus", machte Herrmann deutlich. Dafür habe der Freistaat in den letzten Jahren mehr als 60 Millionen Euro investiert, mit einem ersten Schwerpunkt auf modernen und realitätsnahen Übungsmöglichkeiten. "Ein absolutes Highlight ist die große Übungshalle an der Feuerwehrschule Würzburg, die wir Ende 2016 übergeben haben", nannte der Minister als Beispiel. Aktuell stehe eine Erweiterung der Kapazitäten der Unterkünfte an den Schulen in Würzburg und Geretsried im Vordergrund. Geplant sei, die Feuerwehrschule in Würzburg um 52 Betten und die Feuerwehrschule in Geretsried um 80 Betten zu erweitern. Laut Herrmann finanziert der Freistaat Bayern ergänzend zum Ausbildungsangebot der Feuerwehrschulen auch kostenlose Standortschulungen für Feuerwehrdienstleistende auf einem Sondersignalfahrtrainer und einem feststoffbefeuerten Übungscontainer, "damit wir unsere Feuerwehrleute bestmöglich auf den Ernstfall vorbereiten".

Europaabgeordneter startet Kampagnen für Respekt und Rettungsgasse

Gleich zwei Initiativen hat der mecklenburgische Europaabgeordnete Arne Gericke (FREIE WÄHLER) heute anlässlich des „Welttages der Feuerwehrleute“ in Brüssel gestartet: Eine Kampagne zur Förderung der lebensrettenden Rettungsgasse sowie ein Plakat, das für mehr Respekt gegenüber Rettungskräften wirbt. Auf die Idee gekommen war Gericke am Rande seiner parlamentarischen Arbeit in Brüssel: „Als Kommunalpolitischer Sprecher meiner EKR-Fraktion beschäftige ich mich auch viel mit der Situation der Feuerwehren vor Ort und stelle fest: Diese Themen bewegen unsere Retter.“ Plakate und Aufkleber gibt es ab sofort kostenlos über sein Bürgerbüro - eine Aktions-Homepage geht in Kürze online.

Dabei beschäftigt Gericke das Thema der Rettungsgasse bereits seit seiner Wahl 2014: „Ich bin viel unterwegs im Wahlkreis Deutschland und weiß, wie wichtig schnelle Hilfe bei Verkehrsunfällen ist – ich sehe aber auch, wie schwer sich die Autofahrer in Deutschland tun, die Rettungsgasse bei Stau sofort zu bilden.“ Der Abgeordnete sieht es dabei aus der europäischen Perspektive: „Österreich ist vorbildhaft. Wann immer es dort zum stehenden Verkehr kommt, ist bereits eine Rettungsgasse gebildet." Eine ähnliche Sensibilisierung wünscht Gericke sich auch für sein Land – und hat gemeinsam mit dem Designer Alexander Mühl aus Stuttgart ein Motiv entworfen, das nun auf Plakaten , Bannern und Autoaufklebern prangt. Selbst Anfragen aus Österreich und Tschechien gab es dazu bereits.

Einheitliche Regelung gefordert

Parallel wirbt Gericke damit für eine zweite Idee aus seiner Feder: Europaweit einheitliche Regelungen zur Rettungsgasse. Österreich, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Luxemburg haben sie bereits eingeführt – allerdings nicht alle verpflichtend und nicht alle einheitlich. „Das sorgt für Chaos im Notfall“, sagt Gericke – und denkt dabei gerade an Ferienzeiten, wenn sich auf den europäischen Autobahnen die Urlaubsfahrer aus allen Herren Länder treffen. „Eine einheitliche Regelung auf allen europäischen Autobahnen wäre das einzig sinnvolle und würde sicher auch hierzulande die Akzeptanz der Rettungsgasse erhöhen.“ Als Europaabgeordneter hatte Gericke den Vorschlag bereits 2015 als „Schriftliche Erklärung“ ins Plenum eingebracht, war damit aber knapp am 50-Prozent-Quorum gescheitert: „Gerade die deutschen Kollegen glänzten durch Desinteresse  - das ist traurig“. Nochmal mehr, „weil sie dann trotzdem wieder ganz vorne dabei sind, wenn es darum geht, ein Pressefoto von der Einweihung des neuen Feuerwehrautos im Wahlkreis zu schießen“. Und Gericke weiß, wovon er redet: Als Europaabgeordneter hat er die Feuerwehren nicht nur im Kampf um die Anerkennung ihrer ehrenamtlichen Arbeit durch die EU-Arbeitszeitrichtlinie unterstützt. Er ist auch einer der Initiatoren einer parlamentarischen Initiative für die europaweite Notrufnummer 112 und verhandelt aktuell federführend das auch feuerwehrrelevante Thema eines EU-Katastrophenschutzmechanismus: „Es gibt viel zu tun!“

Entmutigen aber lässt Gericke sich vom teilweisen Desinteresse seiner Kollegen nicht: „Ich arbeite weiter für unsere Feuerwehrleute, für die europaweite Rettungsgasse und unterstütze unsere Rettungskräfte, wo es nur geht“ – auch mit seiner zweiten, im Grunde spontan geborenen Idee: Einer Plakatkampagne mit dem Titel „Respekt für Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungskräfte – Danke für euren Einsatz!“. Gericke hatte das Motiv vor wenigen Wochen – nach Übergriffen auf Rettungskräfte in Bayern – ins Netz gestellt und einen kleinen, viralen Hit gelandet. Binnen Tagen hingen sogar gedruckte Varianten des Posters deutschlandweit in Fenstern und Autos. „Ich war total baff“, gesteht der Abgeordnete – „und gleichzeitig erschrocken angesichts der offiziellen Zahlen:  Nach einer Studie der Uni Bochum erfahren 90 Prozent der Einsatzkräfte im Laufe ihrer Tätigkeit verbale Gewalt und 60 Prozent körperliche Gewalt. Das ist schlicht Wahnsinn.“ Mit seinen Plakaten will er nun auch in dieser Richtung sensibilisieren.

Bei seinen Brüsseler Kollegen jedenfalls kamen beide Plakate schon einmal gut an: „Ich bin während des Fototermins von vier vorbeilaufenden Kollegen gefragt worden, ob es das auch in ihrer Sprache gebe. Ich habe gesagt: Wir arbeiten daran.“ Vorerst aber will Gericke die Kampagnen in Deutschland zum Laufen bringen: Beide Motive – Rettungsgasse und Respekt – gibt es ab sofort kostenfrei als Plakate oder Aufkleber kostenfrei in Gerickes Bürgerbüro, Enge Gasse 1, 18273 Güstrow, per email unter buergernah@arne-gericke.eu sowie in Kürze auch online zum Ausdruck unter der Aktionsseite www.leben-retten.eu.

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