MANV-Übung in Düsseldorf

Neben den Einsatzkräften der Feuerwehr waren Helfer/innen der Hilfsorganisationen und dem THW in die Übung einbezogen worden. Das Ziel aller war es, jeden Verletzten zügig und patientengerecht in ein geeignetes Krankenhaus zu transportieren.

Die Feuerwehr Düsseldorf hat am Samstag (6.5. 2017) gemeinsam mit vielen Blaulichtpartnern und weiteren Organisationen eine große Übung auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne im Düsseldorfer Osten durchgeführt. Dabei ging es darum, über 30 Verletzte sowie weitere 40 unverletzte, aber betroffene Menschen zu versorgen und zu betreuen.

Das Szenario, das der Übung zugrunde lag, war ein "Massenanfall von Verletzten" (MANV). Hiermit wird eine Situation beschrieben, bei der mehr Menschen verletzt sind und der vorgehaltene Rettungsdienst diese nicht alle versorgen kann, so dass eine Verstärkung notwendig ist. Für diese Situation wurde ein besonderer Einsatzplan der Feuerwehr in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt erarbeitet. Bei der diesjährigen Übung wurde das neue Verfahren erfolgreich getestet.

200 Kräfte im Einsatz

Rund 200 Einsatzkräfte übten in verschieden Einsatzabschnitten den komplexen Ablauf. Neben den Einsatzkräften der Feuerwehr waren ebenfalls Helferinnen und Helfer der vier Düsseldorfer Hilfsorganisationen (ASB, DRK, JUH und MHD) und dem Technischen Hilfswerk in die Übung einbezogen worden. Das Ziel aller war es, jeden Verletzten zügig und patientengerecht in ein geeignetes Krankenhaus zu transportieren. Ferner galt aber auch, die nicht körperlich verletzten Personen zu betreuen. Dazu war die leitende Notfallpsychologin vom Gesundheitsamt mit ihrem Team in die Übung integriert und leistete vor Ort "psychosoziale Notfallversorgung".

Die Großübung sah vor, dass sich auf dem ehemaligen Kasernengelände an verschiedenen Orten zum Teil gleich mehrere Personen verletzt hatten. Im Gegensatz zu vorigen Übungen waren die vielen Patienten zum Teil so weit auseinander verstreut, dass es nicht einen, sondern gleich parallel mehrere Einsatzschwerpunkt gab.

Teilübung „Personenauskunftstelle“

Parallel übten städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Einwohnermeldeamt, der Info-Line-Düsseldorf und der Feuerwehr eine "Personenauskunftstelle". Diese Stelle wird in einem solchen Schadensfall eingerichtet, um Angehörigen von Verletzten und Betroffenen zügig Auskunft über den Verbleib ihres Angehörigen geben zu können. Rund 35 Verletztendarsteller von der realistischen Unfalldarstellungsgruppe des Jugendrotkreuzes Düsseldorf und 40 Mitglieder der Jugendfeuerwehr der Landeshauptstadt sowie des Grundlehrgangs der Berufsfeuerwehr sorgten durch ihren Einsatz für eine realitätsnahe Übung.

Manöverkritik

Die Übungsleitung der Feuerwehr und der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes zogen im Rahmen einer ersten Manöverkritik eine positive Bilanz: "Die Versorgung der Verletzten, die Einsatzstellenorganisation und die entsprechende Zuteilung in die Krankenhäuser haben reibungslos funktioniert. Die Übung ist von allen Beteiligten, beginnend vom Vorbereitungsteam, über die Teilnehmenden, bis hin zu den vielen Verletztendarstellern sehr gut vorbereitet und durchgeführt worden."

An der Übung nahmen neben Freiwilliger und Berufsfeuerwehr alle vier Hifsorganisationen - Arbeitersamariterbund (ASB), Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Malteser Hilfsdienst (MHD) und die Johanniter Unfallhilfe (JUH) -, sowie das Technische Hilfswerk (THW), Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Info-Line (115) und des Einwohnermeldeamtes teil. Als Verletztendarsteller wirkte das Jugendrotkreuz Düsseldorf (realistische Unfalldarstellungsgruppe) sowie die Jugendfeuerwehr mit.

M. Buch, FW Düsseldorf

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