Rosenbauer zeigt Zukunftsstudie

Auf seiner 150-Jahr-Feier enthüllte der Feuerwehrausstatter Rosenbauer den Concept Fire Truck. Die Studie soll Antworten auf die künftigen Fragestellungen der Feuerwehren geben.

Der österreichische Feuerwehrausstatter Rosenbauer hat im Rahmen des 150-Jahr-Jubiläums mit dem Concept Fire Truck (CFT) eine neue Konzeptstudie vorgestellt. Sie soll einen Vorgeschmack auf das Feuerwehrfahrzeug der Zukunft geben und zugleich die Technologieführerschaft des Konzerns untermauern.

Bei der Entwicklung legten die Ingenieure ihr Augenmerk gezielt auf die Fahrzeugarchitektur, die herauskommt, wenn man die zukünftigen Anforderungen an die Feuerwehren konsequent und ohne Abstriche in der Fahrzeugentwicklung berücksichtigt. Denn der demografische Wandel und die Digitalisierung werden sich auch auf die Organisation und die Technik der Feuerwehren auswirken, ist sich Rosenbauer sicher.

Im Fokus standen die Fragen

  • Wie muss Feuerwehrtechnik aussehen, wenn immer weniger Einsatzkräfte tagsüber verfügbar sind, wenn immer mehr Frauen und ältere Menschen im Einsatzdienst tätig sind und wenn Hauptberufliche immer öfter von freiwilligen Feuerwehrleuten unterstützt werden? Robust, ausfallsicher und zuverlässig muss sie immer sein, das wird sich nicht ändern. Im Handling wird sie künftig aber allen Benutzergruppen besser entgegen kommen müssen.
  • Wie muss ein Feuerwehrfahrzeug designt sein, damit es noch universeller eingesetzt werden kann? Die Einsatzstatistiken der Feuerwehren zeigen eine klare Tendenz. Sie haben es, insbesondere in Metropolen und urbanen Gebieten, mit immer mehr technischen und Rettungseinsätzen bei relativ gleichbleibender Anzahl an Brandeinsätzen zu tun. Multifunktional ausgestattete Fahrzeuge sind heute schon die Antwort auf die verschiedenen Herausforderungen, in Zukunft wird Multifunktionalität nicht nur für die Ausrüstung an Bord, sondern für das gesamte Fahrzeug gelten müssen.
  • Wie können strengere Abgasvorschriften und das gesellschaftliche Bedürfnis nach weniger Schadstoff- und Lärmemissionen sinnvoll in einem Feuerwehrfahrzeug berücksichtigt werden? Das führt unweigerlich zum Nachdenken über alternative Antriebskonzepte.

Kompaktes Hybridfahrzeug

Das Ergebnis ist ein überaus kompaktes und wendiges Hybrid-Einsatzfahrzeug in hoch funktionalem Design, das vor allem in seiner Ergonomie neue Akzente setzen soll. So muss man nicht mehr in die Kabine „hinaufklettern“ und auch die Bedienung erfolgt leicht und sicher vom Boden aus. Im Innern soll der CFT eher einer Kommandozentrale als einem Mannschaftstransporter gleichen. Ein Blick hinein war jedoch nicht möglich. Während der Fahrt und im Einsatz muss das Fahrzeug der Zukunft dann extrem effizient sein, darf nur geringe Mengen an Schadstoffen ausstoßen sowie deutlich weniger Lärmemissionen verursachen. Beim CFT setzte Rosenbauer daher auf ein Hybrid-Konzept mit je einem Elektromotor pro Rad. Für längere Fahrten oder höhere Belastungen kann auf einen modernen Dieselmotor zurückgegriffen werden.

Neues Raumkonzept

Auch beim Raumkonzept machten sich die Rosenbauer-Ingenieure Gedanken: Alles hat Platz, was die Feuerwehren für ihre unterschiedlichen Einsätze an Ausrüstung benötigen. Der CFT ist ein Löschfahrzeug mit Pumpe und Tank an Bord, ein Hilfeleistungsfahrzeug mit hydraulischem Bergegerät in den Geräteräumen, ein Universalfahrzeug, in dessen Heck jede Menge Spezialausrüstung untergebracht werden kann, und ein Rettungsfahrzeug, welches sich mit wenigen Handgriffen so umgestalten lässt, dass man darin Verletzte medizinisch erstbehandeln und liegend transportieren kann.

Ferner sind beim CFT Fahrgestell, Fahrerkabine und Aufbau eine Einheit. Dadurch sollen sich entscheidende Vorteile für die Fahrdynamik und die Fahrstabilität ergeben. Zugleich punktet das Fahrzeug mit einer niedrigen Fahrzeughöhe bei zugleich besserer Raumausnutzung und einem höheren Insassenschutz. Der Mannschaftsraum verschmilzt dabei mit der Fahrerkabine zu einem barrierefreien Ganzen und kann für jeden Einsatzfall adaptiert werden.

Revolution statt Evolution

Rosenbauer sieht im vorgestellten Concept Fire Truck keine Weiterentwicklung, sondern eine völlig neue Herangehensweise. Die Konzeptstudie hat den Anspruch, die notwendigen Funktionen im Feuerwehrumfeld zu bedienen und dabei ergonomischer, universeller und umweltfreundlicher zu sein, als alles, was es bisher auf diesem Sektor gab.

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