Bildergalerien zum ANT/ANTS-Workshop 2016

Die Berliner Feuerwehr und die AGBB Berlin e. V. führten am 23. und 24. April 2016 auf der Feuerwache West der Flughafenfeuerwehr Schönefeld einen zweitägigen Workshop zum Thema „Atemschutznotfalltraining“ (ANT) und zu den „Atemschutz-Notfall-Trainierten Staffeln (A.N.T.S.)“ durch. Während der erste Tag als Vortragsveranstaltung durchgeführt wurde, konnten sich die Teilnehmer am Sonntag ausschließlich dem Training widmen.

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Atemschutznotfälle

In den letzten 20 Jahren haben zahlreiche Atemschutznotfälle die Feuerwehren Deutschlands aufgerüttelt. Das Bewusstsein für eine bessere Atemschutzüberwachung und die Notwendigkeit eines Atemschutznotfalltrainings haben bereits zu Änderungen in der Feuerwehr-Dienstvorschrift 7 (Atemschutz) geführt. Diese sieht seit der Fassung von 2002 ein Notfalltraining für Atemschutzgeräteträger (AGT) vor. Zum Ausbildungsumfang und zu den notwendigen Inhalten werden allerdings keine Vorgaben gemacht. Auch diesem Umstand ist es wohl geschuldet, dass es bei den Feuerwehren gravierende Unterschiede bei der Umsetzung des Notfalltrainings bestehen. Die Berliner Feuerwehr hat sich seit 2002 intensiv mit der Entwicklung eines Konzeptes zur Rettung verunglückter Atemschutzgeräteträger beschäftigt. Dies führte letztendlich zur Gründung von „Atemschutznotfalltrainierten Staffeln“ (ANTS), die mittlerweile auf drei Feuerwachen rund um die Uhr im Dienst sind.

Durch die ANTS-Vorführungen auf den Interschutz-Messen 2010 und 2015 gab es immer wieder Anfragen an die Berliner Feuerwehr zu diesem Konzept. Der inzwischen zweite Workshop bot jetzt wieder vielen Feuerwehrangehörigen die Gelegenheit, das Berliner Modell anzuschauen, zu üben und daraus Hinweise für die Umsetzung bei sich vor Ort zu ziehen.
 

Mit Hilfe einer kommentierten Übung wurde die Vorgehensweise eines Sicherheitstrupps nach einem Atemschutznotfall bei der Berliner Feuerwehr dargestellt. Wichtig ist hier die Versorgung des verunfallten Atemschutzgeräteträgers mit frischer Atemluft durch das Atemschutzgerät in der ANT-Tasche (auch RIT-Bag genannt).
Bei zahlreichen Einsatzübungen hat es sich gezeigt, dass auch der für die Rettung ausgebildete und ausgerüstete Sicherheitstrupp schnell an seine Leistungsgrenzen stößt. Es gelingt meist gerade noch, den Verunfallten mit einem frischen Pressluftatmer zu versorgen. Für die anschließende Rettung kommt im 2-stufigen Rettungskonzept die (Atemschutznotall trainierten Staffel, A.N.T.S.) zum Einsatz. Diese Staffel besteht aus sechs Einsatzkräften und führt zahlreiches Spezialgerät mit sich.
Sicherer Atemschutzgeräteeinsatz /Crew Ressource Management. Der praktische Workshop der Feuerwehrakademie Hamburg bezog sich darauf, Atemschutznotfälle im Vorfeld durch eine sichere Gerätehandhabung und entsprechende einsatztaktische Grundsätze zu vermeiden. Es war den Referenten wichtig, bei den Feuerwehren eine andere Fehlerkultur zu etablieren. Weg von einem „Der ist schuld“ oder „Wie blöd ist der denn“, hin zu einem Crew Ressource Management, wie man es aus der Luftfahrt kennt. Ziel ist es hier, Unklarheiten oder Unsicherheiten durch kurze Unterbrechungen und Rücksprachen auszuräumen, um die bei Unfällen häufige „Verkettung von unglücklichen Umständen“ zu durchbrechen. Rettungskonzept der FW Hamburg (Unfallverhütung durch richtiges Anlegen und Nutzen der Persönlichen Schutzausrüstung).

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ANT (Atemschutznotfalltraining)

Der Sicherheitstrupp ist ein mit Preßluftatmern ausgerüsteter Trupp, dessen Aufgabe es ist, bereits eingesetzten Atemschutzgeräteträgern im Notfall unverzüglich Hilfe zu leisten. An jeder Einsatzstelle muss für die eingesetzten Atemschutztrupps mindestens ein Sicherheitstrupp zum Einsatz bereit stehen.

Es folgen Übungselemente aus dem Bereich des Atemschutztrupps oder dem Sicherheitstrupp:

Mit einer Schleifkorbtrage soll der verunfallte Atemschutzgeräteträger aus der Einsatzstelle gerettet werden.
Aus einem Bergetuch oder Tragetuch wird mit Hilfe einiger Karabinerhaken eine „Windel“ gebaut, mit der eine relativ sichere Rettung des AGT aus dem Gefahrenbereich möglich ist. Diese Vorgehensweise bietet sich an, wenn auf einem Einsatzfahrzeug kein Platz für die zusätzliche Verlastung einer Schleifkorbtrage möglich ist.
Störungen oder Defekte der Atemluftversorgung bei einem der Einsatzkräfte eines unter Atemschutz eingesetzten Trupps können diese meist innerhalb eines Trupps lösen. Da hier wenig Zeit zur Verfügung steht, muss das Umkuppeln, also der Anschluss eines AGT an den Zweitanschluss des Atemschutzgerätes des anderen, sicher beherrscht werden.
Bei Schäden an der Atemschutzmaske oder dem Lungenautomaten kann auch die Rettungshaube (RespiHood) genutzt werden. Diese kann an das eigene Gerät oder an das Gerät des Trupp-Partners angeschlossen werden.
Die ANTS-Staffeln in Berlin nehmen grundsätzlich Helm und Atemschutzmaske des verunfallten AGT ab und ersetzen sie mit einer RespiHood. Dadurch werden alle technischen Defekte ausgeschlossen und auch bewusstlose Atemschutzgeräteträger mit einem geringen Atemzugvolumen werden mit Frischluft versorgt.
Die ANTS-Staffeln in Berlin bevorzugen das Spineboard gegenüber einer Schleifkorbtrage (geringeres Gewicht, kleinere Abmessungen)
Ein verunfallter Atemschutzgeräteträger (AGT) muss schnellstmöglich aus dem Gefahrenbereich gebracht werden. Hier soll möglichst noch schnell eine Versorgung mit Atemluft hergestellt und dann mit Bandschlingen der AGT fortgeschliffen werden. Falls die Rettungsarbeiten kurzfristig verlagert werden müssen, gibt es auch Schleiftechniken mit dem Spineboard.
Die ANTS-Staffel der Feuerwache Neukölln experimentiert gegenwärtig mit einer Spezialtrage aus der Bergrettung. Auch damit konnten die Teilnehmer üben.

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