Großbrand in Böblingen

Zwei große Lagerhallen einer Sanitärfirma stehen in Flammen

Zu einem Großfeuer in einer Halle der Sanitärfirma Reisser in Böblinger rückten gestern kurz nach 15.00 Uhr  Kräfte von  Feuerwehren, Rettungsdiensten und der Polizei aus. Der Alarm war über die Brandmeldeanlage bei der Integrierten Leitstelle Böblingen eingegangen, ist im Bericht auf der Hompage der FF Böblingen zu lesen.

Bereits auf der Anfahrt konnten die Einsatzkräfte eine etwa 50 m hohe Rauchsäule ausmachen, die über dem Firmengebäude aufstieg und sich zunächst in Richtung Ehningen ausbreitete.

Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs befanden sich etwa 400 Mitarbeiter der Firma in den verschiedenen Gebäuden, die die Räumlichkeiten unbeschadet verlassen konnten. In den beiden in Vollbrand stehenden etwa 1.200 m2 großen Lagerhallen waren Sanitärartikel unterschiedlicher Beschaffenheit gelagert. Vorsorglich führte die Feuerwehr Messungen wegen der enormen Rauchentwicklung in der Umgebung des Brandorts durch. Dabei ergaben sich keine Hinweise auf eine mögliche Schadstoffbelastung. Vorsichtshalber wurden jedoch einige umliegende Firmen mit mehreren Hundert Mitarbeitern evakuiert. Der Brandort selbst wurde von der Polizei weiträumig abgesperrt.

Zur Bekämpfung des Brandes musste die Feuerwehr auf die Wasservorräte des in der Umgebung liegenden  "Langen Sees" sowie einer nahegelegenen Firma zurückgreifen. Dies zog unter anderem die Sperrung der S-Bahnstrecke der Linie S1 zwischen Böblingen und Gärtringen nach sich. Die Strecke wurde gegen 19:15 Uhr wieder frei gegeben.

Zur Brandbekämpfung waren etwa 250 Einsatzkräfte zahlreicher Feuerwehren mit 38 Fahrzeugen eingesetzt, die durch 90 Angehörige des Rettungsdienstes mit weiteren 30 Fahrzeugen, sowie 32 Streifenwagenbesatzungen der Polizei und zwei Polizeihubschrauber unterstützt wurden. Durch einen massiven und umfassenden Löschangriff wurden die Flammen bekämpft und angrenzende Gebäude u. a. auch durch den Einsatz eines Düsenschlauchs geschützt.

Gegen 18.00 Uhr hatten die Feuerwehrn den Brand weitgehend unter Kontrolle. Die Löscharbeiten zogen sich über die ganze Nacht hin. Nach dem Ablöschen des Flammenbrandes konnten die Hallen wegen der herrschenden Einsturzgefahr noch nicht  betreten werden.

Der Lagerhallenkomplex brannte völlig nieder und die Einsatzkräfte trugen die übrigen Gebäudeteile nach und nach ab. Auch das Technische Hilfswerk sowie das Deutsche Rote Kreuz waren vor Ort.

Heute Mittag waren immer noch 60 Feuerwehrleute dabei, die Glutnester nach dem Großbrande abzulöschen. 

Zwei Angehörige der Feuerwehr verletzten sich im Einsatz, wobei ein Feuerwehrmann sich eine schwere Rauchgasvergiftung zuzog und stationär im Krankenhaus aufgenommen werden musste. Der andere sowie ein verletzter Betriebsangehöriger wurden ambulant behandelt.

Auch zwei Tagen nach nach der Alarmierung waren immer noch eine Brandwache vor Ort, um Glutnester abzulöschen . Die Arbeiten zogen sich auch noch während der Nacht hindurch. Ca. 450 Einsatzkräfte, davon 250 von den Feuerwehren, 100 Mitarbeiter DRK, 50 Helfer THW und 50 Polizisten waren mit mehr als 110 Einsatzfahrzeugen vor Ort. Die bisherige Auswertungen ergaben, dass Feuerwehren aus Böblingen, Sindelfingen, Herrenberg, Leonberg, Aidlingen, Gäufelden, Gärtringen, Ehningen, Renningen, Weil der Stadt, Nufringen, Waldenbuch, Magstadt, Holzgerlingen, WF Daimer Benz SIFI, BF Stuttgart, FF Stuttgart- Birkach, Flughafenfeuerwehr, die Führungsgruppe des Landkreises, ELW 2-Team sowie die beiden Böblinger Bau-Fachberater an dem Löscheinsatz beteiligt waren. Insgesamt waren fünf Hubrettungsfahrzeuge, zwei Hubschrauber der Polizei und des DRK am Einsatz beteieligt.

In Spitzenzeiten wurden ca. 10.000 l/min Löschwasser und nach bisherigen Erkenntnissen ca. 2.800 l AFFF-Schaummittel und 8.500 l Sonderlöschmittel F 500 während des Löscheinsatzes abgegeben.

Allein die FF Böblingen war mit der Abt. Böblingen (mit  ELW 1, HLF 10, HLF 20/16, LF 24, DLA (K) 23/12, GW-Transport, GW- Licht, WLF-K mit AB-Sonderlöschmittel, MTF 1, MTF 2, AB-W/S), der Abt. Dagersheim (mit GW-T, TLF 16/25, HLF 20/16, MTF 1)  sowie der FF Sindelfingen (mit DLA (K) 23/12, LF 24/30, GW-Mess, Ab-A) und die Führungsgruppe des Landkreis Böblingen (mit ELW 2)  mit insgesamt rd.  250 Kräften im Einsatz.

 

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