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Interkommunale Zusammenarbeit der Feuerwehren vereinbart

Die Stadt Bergisch Gladbach und die Gemeinde Odenthal intensivieren ihre Zusammenarbeit im Brandschutz. Um die Feuerwehrstrukturen im Rheinisch-Bergischen Kreis (NRW) zu stärken, haben sie eine Kooperation bei Feuerwehrwerkstätten vereinbart.

Künftig übernimmt die Feuerwehr Bergisch Gladbach zentrale Werkstattleistungen für die Feuerwehr der Gemeinde Odenthal. Eine entsprechende öffentlich-rechtliche Vereinbarung zur interkommunalen Zusammenarbeit wurde jetzt zwischen beiden Kommunen geschlossen.

Vielversprechende Kooperation im Brandschutz: (v.l.n.r.) Jörg Köhler, Laura Lundberg, Marcel Kreutz, Axel Staehler. Foto: Feuerwehr Bergisch Gladbach
Vielversprechende Kooperation im Brandschutz: (v.l.n.r.) Jörg Köhler, Laura Lundberg, Marcel Kreutz, Axel Staehler. Foto: Feuerwehr Bergisch Gladbach

Im Mittelpunkt der Kooperation stehen spezialisierte Werkstattleistungen, die für den sicheren Betrieb einer Feuerwehr zwingend erforderlich sind. Dazu gehören insbesondere Atemschutzgeräte-Service, Schlauchpflege sowie Wäschereileistungen für Einsatzkleidung. Diese Arbeiten erfordern speziell ausgebildetes Personal, geeignete Räumlichkeiten sowie technisch aufwendige Prüfanlagen.

Kostenreduktion durch größere Beschaffungsmengen

Um die Zusammenarbeit für beide Kommunen transparent und wirtschaftlich zu gestalten, wurde ein gemeinsamer Gerätepool eingerichtet. Dieser reduziert die kostenintensive Reserve- und Ersatzteilvorhaltung und ermöglicht durch größere Beschaffungsmengen bessere Konditionen. Die Gemeinde Odenthal entscheidet dabei selbst über die für sie erforderliche Anzahl an Geräten und entrichtet pro Gerät bzw. Ausrüstungsgegenstand eine Pauschale.

Weitere Vorteile der Zusammenarbeit sind:

  • Gleichmäßige Haushaltsbelastung durch planbare Pauschalen
  • Einheitliche und austauschbare Technik
  • Verbesserte Zusammenarbeit an Einsatzstellen
  • Nutzung bestehender Strukturen der Feuerwehr Bergisch Gladbach durch die Gemeinde Odenthal

Durch die Nutzung der vorhandenen Infrastruktur in Bergisch Gladbach können in Odenthal eigene, aufwendige Werkstatt- und Personalkapazitäten vermieden werden. Gleichzeitig ist eine fachgerechte und rechtssichere Durchführung der Arbeiten gewährleistet.

Effizientere Auslastung vorhandener Strukturen

Die Stadt Bergisch Gladbach profitiert im Gegenzug von einer besseren Auslastung ihrer vorhandenen Infrastruktur. Die Leistungen werden vollständig gegen Kostenerstattung erbracht, sodass für den städtischen Haushalt keine zusätzlichen finanziellen Belastungen entstehen.

Marcel Kreutz, Bürgermeister der Stadt Bergisch Gladbach, betont die Bedeutung der Kooperation: „Die Zusammenarbeit zeigt, wie kommunale Kooperation ganz praktisch funktionieren kann. Wir nutzen vorhandene Strukturen effizienter und stärken gleichzeitig die Sicherheit in der Region. Für uns ist es selbstverständlich, dass wir als größte Feuerwehr im Rheinisch-Bergischen Kreis unsere Erfahrung und Infrastruktur auch für Nachbarkommunen einbringen.“

Laura Lundberg, Bürgermeisterin der Gemeinde Odenthal, sieht in der Vereinbarung einen wichtigen Schritt für die Zukunft der örtlichen Feuerwehr: „Die Anforderungen an Technik, Qualitätssicherung und Dokumentation in Feuerwehrwerkstätten sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Durch die Zusammenarbeit mit Bergisch Gladbach stellen wir sicher, dass unsere Feuerwehr dauerhaft auf professionelle und leistungsfähige Werkstattstrukturen zurückgreifen kann.“

Auch der leitende Branddirektor Jörg Köhler, Leiter der Feuerwehr Bergisch Gladbach, hebt die fachliche Dimension hervor: „Die Wartung von Atemschutzgeräten, Schläuchen und Einsatzkleidung ist sicherheitsrelevant und erfordert spezialisierte Infrastruktur. Durch die Kooperation können wir unsere vorhandenen Werkstätten effizienter nutzen und gleichzeitig einheitliche Qualitätsstandards im Rheinisch-Bergischen Kreis unterstützen.“

Feuerwehrstrukturen im Rheinisch-Bergischen Kreis (NRW) gestärkt: Bürgermeisterin Laura Lundberg (Gemeinde Odenthal) und Bürgermeister Marcel Kreutz (Stadt Bergisch Gladbach) wird die Prüfung eines Atemschutzgerätes erläutert. Foto: Feuerwehr Bergisch Gladbach
Feuerwehrstrukturen im Rheinisch-Bergischen Kreis (NRW) gestärkt: Bürgermeisterin Laura Lundberg (Gemeinde Odenthal) und Bürgermeister Marcel Kreutz (Stadt Bergisch Gladbach) wird die Prüfung eines Atemschutzgerätes erläutert. Foto: Feuerwehr Bergisch Gladbach

Gemeindebrandinspektor Axel Staehler, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Odenthal, unterstreicht die Bedeutung für die Einsatzkräfte vor Ort: „Für unsere Feuerwehr bedeutet diese Vereinbarung eine große Unterstützung im Hintergrund. Unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte können sich dadurch noch stärker auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren – den Schutz der Menschen in Odenthal. Gleichzeitig wissen wir, dass Wartung und Prüfung unserer Ausrüstung in professionellen und leistungsfähigen Strukturen erfolgen.“

Die Vereinbarung wurde auf Grundlage des Gesetzes über die kommunale Gemeinschaftsarbeit (GkG NRW) sowie des Brandschutz-, Hilfeleistungs- und Katastrophenschutzgesetzes (BHKG NRW) geschlossen und ist auf unbestimmte Zeit angelegt.

Perspektive für die Zukunft

Die Verantwortlichen beider Kommunen sehen in der Kooperation ein zukunftsweisendes Modell, das auch für weitere Kommunen im Rheinisch-Bergischen Kreis interessant sein könnte.

„Interkommunale Zusammenarbeit wird im kommunalen Bereich immer wichtiger“, so Bürgermeister Marcel Kreutz. „Dieses Modell kann perspektivisch auch für andere Kommunen ein richtungsweisender Ansatz sein.“

Jörg Köhler ergänzt: „Die ständig steigenden Anforderungen an Prüf-, Dokumentations- und Weiterbildungspflichten sowie die komplizierten Beschaffungsverfahren machen es immer schwieriger, diese neuralgischen Aufgaben ehrenamtlich in der Freizeit zu erledigen, da kann die interkommunale Zusammenarbeit erheblich entlasten.“

Mit der Vereinbarung leisten Bergisch Gladbach und Odenthal einen weiteren Beitrag zur Stärkung des kommunalen Brandschutzes und zur effizienten Nutzung öffentlicher Ressourcen in der Region.

Daniela Fobbe-Klemm, Stadt Bergisch Gladbach / Stabsstelle Kommunikation und Medien, Feuerwehr Bergisch Gladbach