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Brand auf der Insel Trischen

Feuerwehr durch Bundeswehr eingeflogen

Die Schutzhütte des Vogelwartes auf der Vogelinsel Trischen (Kreis Dithmarschen, SH) ist vollständig einem Brand zum Opfer gefallen. Der Vogelwart, einziger Bewohner der Insel, meldete der Leitstelle den Vollbrand seiner Hütte auf der kleinen Nordseeinsel in der Meldorfer Bucht und teilte gleichzeitig mit, dass er sich nicht in Gefahr befinde und unverletzt sei.

Schwer erreichbare Vogelinsel: Einsatzkräfte der Feuerwehr Dithmarschen wurden durch die Bundeswehr dorthin geflogen. (Foto: Kreisfeuerwehrverband Dithmarschen)
Schwer erreichbare Vogelinsel: Einsatzkräfte der Feuerwehr Dithmarschen wurden durch die Bundeswehr dorthin geflogen. (Foto: Kreisfeuerwehrverband Dithmarschen)

Da die abgelegene Insel nur schwer erreichbar ist, wurde zunächst intensiv geprüft, wie Einsatzkräfte und Material zur Einsatzstelle gebracht werden können. Nach sorgfältiger Abwägung fiel die Entscheidung, Einsatzkräfte der Feuerwehrbereitschaft Dithmarschen mit einem Hubschrauber auf die Insel zu fliegen, da diese über Waldbrandausrüstungen verfügt. In zwei Flügen wurden zunächst vier Einsatzkräfte und danach fünf Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichskoog und des Löschzugs Süd der Feuerwehrbereitschaft Dithmarschen Süd mit einem Such- und Rettungshubschrauber der Marineflieger (SAR) auf die Insel geflogen.

Schutzhütte vollständig zerstört

In der Nacht vom 8. auf den 9. Juli 2026 konnten die Feuerwehrkräfte vor Ort die verbliebenen Glutnester gezielt ablöschen. Dadurch wurde eine weitere Ausbreitung des Feuers auf die trockene Vegetation gestoppt und es wurden nicht mehr als ca. 350 m² Grasland zerstört. Ein größerer Flächenbrand auf der Insel wurde so verhindert. Die Schutzhütte konnte jedoch nicht mehr gerettet werden und brannte vollständig nieder.

Nicht mehr zu retten: Die Schutzhütte, die komplett aus Holz bestand, brannte vollständig nieder. (Foto: Kreisfeuerwehrverband Dithmarschen)
Nicht mehr zu retten: Die Schutzhütte, die komplett aus Holz bestand, brannte vollständig nieder. (Foto: Kreisfeuerwehrverband Dithmarschen)

Die Brandbekämpfung erfolgte mechanisch durch die Verwendung von Feuerpatschen, Schaufeln, Äxten und ähnlichem. Wasser konnte aufgrund der fehlenden Möglichkeit, Schlauch- und Pumpmaterial an die Einsatzstelle zu bringen, nicht eingesetzt werden.

Ausschließlich mechanische Brandbekämpfung: Die Insellage machte es unmöglich, Schlauch- und Pumpmaterial an die Einsatzstelle zu bringen. (Foto: Kreisfeuerwehrverband Dithmarschen)
Ausschließlich mechanische Brandbekämpfung: Die Insellage machte es unmöglich, Schlauch- und Pumpmaterial an die Einsatzstelle zu bringen. (Foto: Kreisfeuerwehrverband Dithmarschen)

DGzRS rettet Vogelwart

Gegen 22.20 Uhr erhielten die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ebenfalls die Meldung, dass die Hütte des Vogelwartes in Brand geraten ist. Die von der DGzRS betriebene deutsche Rettungsleitstelle See, das Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen, alarmierte den Seenotrettungskreuzer THEODOR STORM der DGzRS-Station Büsum.

Die Seenotretter nahmen Kurs auf die etwa sieben Seemeilen (rund 12 km) entfernte Insel. Bereits auf See war Feuerschein weithin sichtbar. Die Hütte stand lichterloh in Flammen. Der Ornithologe hatte sich bereits an die Nordspitze Trischens geflüchtet. Dort stand er nur leicht bekleidet im Wasser. Mit seinem Handy hielt er Kontakt zu den Seenotrettern.

Weithin sichtbar: Mit dem Seenotrettungskreuzer THEODOR STORM nähern sich die Seenotretter der Insel. Die Hütte des Vogelwarts steht lichterloh in Flammen. (Foto: Die Seenotretter – DGzRS)

Die THEODOR STORM setzte ihr besonders flachgehendes Arbeitsboot NIS PUK aus. Mit ihm brachten die Seenotretter den Vogelwart an Bord des Seenotrettungskreuzers. Die medizinische Erstversorgung ergab einen Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung. Die Seenotretter bestellten einen Rettungswagen zum Stationsgebäude der DGzRS nach Büsum. Gegen Mitternacht übergaben sie den Geretteten dort zur weiteren Versorgung an den Rettungsdienst an Land, der den Patienten ins Krankenhaus brachte.

Nach Medienberichten war der 33-jährige Vogelwart seit Ende März im Auftrag des Naturschutzbundes auf Trischen, um im Sommerhalbjahr u. a. Vögel zu beobachten und zu zählen.

Zur Einsatzzeit herrschten nordwestliche Winde von vier bis fünf Beaufort (um 30 km/h Windgeschwindigkeit), ruhige See und gute Sicht.

Ole Kröger/Kreisfeuerwehrverband Dithmarschen,
Christian Stipeldey/DGzRS