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30 Jahre Rauchmelder: Eine Bilanz

Rückblick auf über 30 Jahre Rauchmelder. Trotz gesetzlicher Installationspflicht bleiben Herausforderungen im Brandschutz bestehen. Wie hat sich die Verbreitung von Rauchwarnmeldern auf die Brandprävention und die Zahl der Brandopfer ausgewirkt?

Ein blinkender Rauchmelder.
Rauchmelder sind gesetzlich vorgeschrieben und können Leben retten (Symbolbild). Foto: © Brian Jackson – stock.adobe.com

Bilanz ziehen

Vor mehr als 30 Jahren waren Rauchmelder in deutschen Wohngebäuden nahezu nicht vorhanden. Heute ziehen der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), Karl-Heinz Banse, und der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Leiterinnen und Leiter der Berufsfeuerwehren in Deutschland (AGBF bund), Jochen Stein, Bilanz über die erfolgreiche Einführung und die Auswirkungen der gesetzlichen Installationspflicht von Rauchmeldern. Anlass ist der Europäische Tag des Notrufs 112 am 11. Februar.

Bemühungen tragen Früchte

Jochen Stein erinnert daran, dass die deutschen Feuerwehren schon immer eine aktive Rolle in der Aufklärung und Werbung für Rauchmelder in Wohngebäuden spielten. Sie waren es, die die direkten Konsequenzen erlebten, wenn solche Melder fehlten – insbesondere bei Brandereignissen mit mehreren Toten und Schwerverletzten . Diese Erfahrungen führten zu Jahren intensiver politischer Überzeugungsarbeit für eine gesetzliche Verpflichtung von Rauchmeldern. Dieses Engagement, so Karl-Heinz Banse, trage nun Früchte: Die gesetzliche Installationspflicht sei in allen Bundesländern erfolgreich umgesetzt und die Übergangsfristen für Bestandsgebäuden seien abgelaufen. Somit bestehe nun eine flächendeckende gesetzliche Verpflichtung für Rauchmelder in Wohngebäuden in Deutschland.

Deutlicher Rückgang bei Todesfällen

Auswertungen des Statistischen Bundesamts zu Todesursachen zeigen, dass 2022 im Vergleich zu 1990 59 Prozent weniger Menschen an Rauch oder Feuer gestorben sind. Wie Stein sagt, könne dies vor allem auf Rauchmelder zurückgeführt werden.

Dennoch starben 2023 insgesamt 324 Menschen durch Brände oder deren Folgen Von diesen waren über 70 Prozent älter als 60 Jahre. Dies unterstreicht Banse zufolge, dass ältere und hilfsbedürftige Menschen nach wie vor einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind.

Informationen zu Thema Rauchwarnmelder gibt es online bei der Initiative „Rauchmelder retten Leben“.

Silvia Oestreicher