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FEUERWEHR | RETTEN – LÖSCHEN – BERGEN
Deutschlands große Feuerwehrzeitschrift
Verschiedene Jahreszeiten bringen unterschiedliche Einsätze mit sich: Herrscht im Hochsommer Waldbrandgefahr, sehen sich Feuerwehrleute im Winter hingegen mit einer Reihe anderer Herausforderungen konfrontiert. Dazu gehört auch, bei winterlichen Bedingungen den Einsatzort rechtzeitig und sicher zu erreichen. Dazu müssen Feuerwehrleute geschult und der Fuhrpark winterfest gemacht werden. Welche Schutzmaßnahmen dabei zu beachten sind und was bei einer Eisrettung wichtig ist, erfahren Sie in unserem Fachartikel.

1. Fahrzeugtechnik im Winter
2. Feuerwehrausrüstung im Winterdienst
3. Das Feuerwehrhaus winterfest machen
4. Hydranten und Löschwasserversorgung
5. Die Feuerwehr hilft im Winter: Praxisbeispiel Eisrettung

Unfallfrei und schnell an den Einsatzort zu gelangen, ist eine Grundanforderung an die Fahrzeugtechnik des Feuerwehrfuhrparks. Mit den Witterungsverhältnissen ändern sich auch die Anforderungen an die Fahrzeuge. Dementsprechend sollten die Feuerwehrfahrzeuge mit folgenden Hilfsmitteln winterfest gemacht werden:
→ Praxistipp: Bei Schnee die Schneeketten rechtzeitig montieren, im Bedarfsfall später nachziehen.
Grundsätzlich müssen alle Betriebsflüssigkeiten „winterfest“ gemacht werden. Das heißt, dass auch die Kühlsysteme Frostschutzmittel benötigen. In dem Zuge können gleichzeitig der Kühlmittelstand sowie die Dichtheit überprüft werden. Schmier- und Kraftstoffe müssen ebenfalls auf den Winterbetrieb umgestellt werden: Entweder kommt Winter- oder Mehrbereichsmotoröl zu Verwendung, Dieselkraftstoff mit geringerem Paraffingehalt (Winterdieselkraftstoff) oder ein Gemisch aus Dieselkraftstoff mit Petroleum oder Normalbenzin.
Im Winter werden die Unterböden der Fahrzeuge besonders beansprucht. Denn Streusalz und häufige Temperaturwechsel greifen Beschichtungen schnell an. Um dem entgegenzuwirken, sollten Einsatzfahrzeuge nach jeder Fahrt bei Streusalz gründlich gereinigt werden.
Auch Lüftungs- und Druckluftanlagen müssen von Sommer- auf Winterbetrieb umgestellt, Standheizungen überprüft und ggf. instandgesetzt werden (Wärmetauscher alle zehn Jahre wechseln).
→ Wichtig: Bei jedweder Art von Batterie muss gewährleistet sein, dass sie vor dem Einsatz zu 100 % geladen ist. Denn leere Batterien frieren bereits bei unter –10° C ein.
Geländegängige Feuerwehrfahrzeuge besitzen meistens keine Winterreifen. Denn aufgrund ihrer grob profilierten Geländereifen erfüllen die Fahrzeuge auch bei winterlichen Witterungsbedingungen ihren Einsatzzweck. Deshalb gehören sie laut StVO zu einer der Ausnahmen bei der Winterreifenpflicht.
Mensch und Maschine müssen ausreichend auf die kalte Jahreszeit eingestellt werden. Neben den winterspezifischen Übungen steht dabei vor allem die Gerätepflege im Vordergrund.
Bereits vor dem ersten Frost sollten die Pumpen gründlich entwässert werden. Konkret lassen sie sich durch folgendes Maßnahmenpaket frostsicher machen:

Ein oft unterschätzter Faktor ist die Verwendung von Druckschläuchen bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Um Komplikationen beim Einsatz und der Nachbereitung zu vermeiden, haben sich folgende Grundregeln bewährt:

Die Vorbereitung des Feuerwehrhauses auf den Winter beginnt bereits im Herbst. Jede abschließbare Gebäudeöffnung sollte bereits vor dem ersten Frost auf ihre Dichtheit überprüft und ggf. instandgesetzt werden. In diesem Zuge machen sich die meisten Feuerwehren auch bereits über das eigene Winterequipment, die Lagerräume und Service-Hallen her: Schneeräumgeräte müssen überprüft, die Fahrzeughalle auf Vordermann gebracht (falls unbeheizt, der Kübelspritze Forstschutzmittel beimischen), ein Heiz- und Streumittelvorrat angelegt und der Schichtplan für die Winterzeit geregelt werden.
Praxistipp: Bei kleinere Kreisfeuerwehren oder FF wird das Feuerwehrhaus oft nicht extra angeheizt. Ist das der Fall, sollte das Wasser abgestellt werden.
Fällt der erste Schnee oder gefriert das Niederschlagswasser, müssen alle Ausfahrten und Parkplätze des Feuerwehrhauses geräumt und eisfrei gehalten werden. Dazu sollte nur bedingt Streusalz eingesetzt werden, sondern zu alternativen Streumitteln gegriffen werden (z.B. Formiat, Sand oder Kalkstein).

Bei der wiederkehrenden Baubegehung (Brandverhütungsschau) werden auch die unterschiedlichen Hydranten auf ihre Funktionalität überprüft. Im Winter achtet die Feuerwehr gezielt darauf, dass Hydranten funktionstüchtig bleiben. Das lässt sich in der Praxis aber nur in Zusammenarbeit mit den Gemeinden, Gebäudebetreibenden oder Facility Managern und Managerinnen bewerkstelligen.
So sollten Hydranten stets schnee- und eisfrei gehalten werden. Bei Unterflurhydranten wird der Deckelfalz der Straßenkappen mit geeignetem Fett, Folie oder Kunststoff behandelt (wenn möglich bereits vor dem ersten Frost). Zusätzlich sollten über den Winter die Deckelränder der entsprechenden Hydranten mit Streusalz behandelt werden.
→ Praxistipp: Sammelt sich Schmelzwasser in den Unterflurhydrantenschächten, kann das Wasser durch Entfernung des Klauendeckels über die Entleerungsbohrung abfließen. Die Entleerung nach Gebrauch sollte stets überprüft werden. Falls sie nicht selbstständig vonstattengeht, kann eine Entleerungspumpe eingesetzt werden.
Wenn sich eine weiße Schneedecke über die Landschaft legt, zieht es die Menschen in die Natur – und auch auf zugefrorene Seen. Dabei lässt sich oft nur schwer einschätzen, ob die Eisfläche bereits belastbar ist. Schlimmstenfalls führt das dazu, dass Menschen einbrechen. Die Kleidung der betroffenen Person saugt sich dabei rasend schnell mit kaltem Wasser voll und wird um ein Vielfaches schwerer. Nun beginnt ein Überlebenskampf: Die Betroffenen müssen gegen den Sog, die Kälte und die schnell eintretende Ermüdung ankämpfen. Am Rand der Einbruchsstelle finden sie meist keinen Halt, denn dort ist das Eis besonders brüchig.
Nun zählt jede Minute. Deswegen ist es so entscheidend, dass die zuständige Feuerwehr auf den Winter und in diesem Fall auf die Eisrettung vorbereitet ist. Vor Ort agieren die Feuerwehrleute dann situationsabhängig.
Diese Einsatztaktik macht Sinn, wenn die verunglückte Person in Ufernähe eingebrochen ist. Das heißt für die Rettungskräfte, dass sie nicht selbst auf die instabile Eisfläche gehen müssen, wodurch sich die Rettung als deutlich ungefährlicher für die Feuerwehrleute darstellt.
In diesem Fall lässt sich die Rettung oft durch eine Feuerwehrleine oder über eine Leiter bewerkstelligen, die vom Ufer zur Einbruchsstelle geworfen oder geschoben wird.
Problem: Die in Not befindliche Person muss bei einer derartigen Situation responsiv sein und sich aktiv an der eigenen Rettung beteiligen.

Hierbei ist äußerste Vorsicht geboten. Bevor die eigenen Feuerwehrleute sich zur Unglücksstelle vorarbeiten können, muss sichergestellt werden, dass sie sich nicht selbst in unnötige Gefahr bringen. Das erste Mittel zur Risikominimierung ist dabei eine großflächige Druckverteilung. Gleichzeitig kann durch eine Leine, Rettungsweste und ggf. einen Kälteschutzanzug der Selbstschutz erhöht werden.
Wichtig: Oft besitzen Eisrettungsanzüge oder Überlebensanzüge einen eigenen Auftrieb. Wobei der Träger/die Trägerin aber nicht in eine ohnmachtssichere Position gebracht werden kann. Deswegen gilt: Zusätzlich eine Rettungsweste der Stufe 275 tragen.
Weitere wichtige Geräte und Hilfsmittel in der Eisrettung sind:
Nicht nur bei der Eisrettung, sondern bei Unterkühlungen per se sollten die Einsatzkräfte vor Ort darauf achten, dass die betroffene Person nicht unnötig bewegt wird. Das lässt sich am Besten durch eine flache Lagerung und zusätzliche Immobilisation erreichen. Gleichzeitig muss kontra-intuitiv vorgegangen werden – das heißt, die Person nicht aktiv erwärmen, denn dadurch können Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzkreislaufversagen auftreten. Grund dafür ist die Gefahr des sogenannten „Bergungstodes“: Als Schutz vor dem Erfrieren versorgt der Körper die Gliedmaßen weniger mit warmen Blut, sondern konzentriert dieses auf den Körperkern, bzw. die wichtigen Organe. Durch zu viel Bewegung kann dann zu schnell zu viel kaltes Blut zum Herzen zurückfließen. Das kann auch durch zu schnelles Erwärmen passieren, wenn sich die zuvor verengten Blutgefäße weiten und das kalte Blut so zurück in den Körperkern fließen kann. Dieser sogenannte „Wiedererwärmungskollaps“ kann zu Herzrhythmusstörungen oder sogar zum Stop der Herz-Kreislauftätigkeit führen.
Johannes Morelli,
Redaktion
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