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FEUERWEHR | RETTEN – LÖSCHEN – BERGEN
Deutschlands große Feuerwehrzeitschrift
Bisher wurde das Hochdrucklöschverfahren vor allem bei Bränden in geschlossenen Räumen angewendet. Die Kombination aus Feuerlöschkreiselpumpen mit Hochdruckstufe (HD) und geeigneten D-Schläuchen bietet aber in der Vegetationsbrandbekämpfung ganz neue Perspektiven, um auch über lange und unwegsame Strecken bis zu 1.000 m Leitungslänge schnell und ergonomisch Wasser an den Brandherd zu bringen.
Seit ca. zehn Jahren beschaffen auch mittel- und nordeuropäische Feuerwehren zur Vegetationsbrandbekämpfung D-Schläuche. Vorbild dafür sind u. a. die Ausstattungen in den Mittelmeeranrainerstaaten und in Nordamerika. Eine Besonderheit ist bei den kommunalen Feuerwehren und Forstfeuerwehren in Spanien anzutreffen: Dort ist die Verwendung von D-Leitungen unter Einsatz von Hochdruckpumpen seit Jahrzehnten etabliert, sowohl für Brände in Gebäuden als auch bei der Vegetationsbrandbekämpfung. Die Verwendung „üblicher“ Leitungslängen ist in Spanien dokumentiert. Nicht dokumentiert waren die dem Verfasser vor Ort mündlich berichtete Leitungslänge von 1.000 m mit D-Schläuchen in Kombination mit Hochdruckpumpen, insbesondere zur Vegetationsbrandbekämpfung im Gelände. Die notwendigen Messungen wurden auf dem Flugfeld in Freistadt (Oberösterreich) durchgeführt.

In Österreich werden Schläuche mit neuen Webverfahren, die die wesentlichen technischen Eigenschaften der extrudierten Schläuche erreichen oder übertreffen, hergestellt. Bei den verwendeten Schläuchen handelt es sich um den gewebten Flachschlauch Typ Intrax der Fa. Haberkorn mit einem Berstdruck von 125 bzw. 90 bar nach Abriebtest (D25) bei einer Masse von 170 g/m (Gramm pro Meter, ohne Kupplungen). Er erfüllt die Leistungsstufe L3. Dies wird bei diesem Schlauch durch ein neu entwickeltes Webverfahren erreicht, bei dem zwei Lagen der Schlauchwand ineinander verwebt sind. Zu erkennen ist dieser Schlauch durch eine 3-D-Noppenstruktur an der Außenseite.

Die Fa. Rosenbauer bietet heute ein breites Spektrum an Feuerlöschkreiselpumpen für alle Arten von Löschfahrzeugen an. Der Leistungsbereich der Normaldruckpumpen reicht bis 13.000 l/min bei 10 bar Druck, bei den Hochdruckpumpen bis 500 l/min bei 40 bar Druck. Bei kombinierten Normal-/Hochdruckeinbaupumpen (NH) liegen Normal- und Hochdruckstufe auf einer gemeinsamen Welle, die Hochdruckstufe wird durch Öffnen der Wasserführung vom ND aktiviert.
Bei dem für die Tests verwendeten Fahrzeug handelte es sich um ein von der Fa. Rosenbauer aufgebautes RLFA 2400 (Rüstlöschfahrzeug mit Allradantrieb, Wassertankvolumen 2.400 l, aufgebaut auf einem MAN TGM 18.320 mit einer Pumpe vom Typ Rosenbauer NH35. Diese Pumpe ist zertifiziert als FPN 10-3000 und FPH 40-250. Mit zwei HD-Abgängen, d. h. HD-Abgang und HD-Haspel, kann technisch auch der nicht nach Norm definierte HD-Punkt FPH 40-400, angelehnt an EN 1028, erreicht werden. Die digitale Messtechnik nebst Bedienpersonal wurde ebenfalls von der Fa. Rosenbauer International AG gestellt. Die direktanzeigende Messtechnik wurde vom Verfasser gestellt.
Die Schlauchleitung wurde in Buchten verlegt. Alle 200 m wurde ein T-Stück mit einem Druckaufnehmer eingekuppelt. Die Messdaten wurden digital gespeichert.
Es wurden Messungen mit der gesamten 500 bzw. 1.000 m langen D-Leitung durchgeführt. Während der Messungen war das verwendete Hohlstrahlrohr nach DIN EN 15182-3 der Funktionskategorie 3 (Referenzdruck 6 bar) mit den Einstellmöglichkeiten Volumenstrom 70-130-230-400 l/min auf 70 l/min Volumenstrom eingestellt. Es handelte sich um das gleiche Strahlrohr, mit dem zuvor Messungen an 180 m langen D-Leitungen, betrieben an einer Normaldruckpumpe, durchgeführt wurden. Rein formal hätte ein Hochdruckstrahlrohr nach DIN EN 15182-4 verwendet werden müssen, da ohne Wasser abzugeben der statische Hochdruckpumpendruck am Strahlrohr ansteht.

Als Fazit der Messungen ist festzustellen, dass es möglich ist, mit geeigneten Hochdruckpumpen und Flachschläuchen eine 1.000 m lange D-Schlauch-Leitung so zu betreiben, dass hinsichtlich Druck vor dem Strahlrohr und Volumenstrom eine Vegetationsbrandbekämpfung möglich ist. Damit ist zunächst einmal das Potenzial dieser Technik aufgezeigt, das in bestimmten Situationen von der Feuerwehr entsprechend taktisch angewendet werden kann.
Das Befüllen und Unter-Druck-Setzen der Leitung sollte behutsam erfolgen (wie grundsätzlich bei Schlauchleitungen). Bei Drücken über ca. 35 bar kann es an einigen Kupplungen zu Leckagen kommen.
Auch ist es möglich, zunächst eine Teilstrecke der Leitung mit einer formstabilen Schnellangriffleitung und/oder mit H38-Schläuchen zu legen und zu betreiben, während der letzte Teil über ein Übergangsstück oder einen Verteiler mit D25-Leitung verlegt wird („gemischte Leitung“).
Der Betrieb der Leitung mit Netz- bzw. Schaummittel ist ebenfalls möglich, entweder mit Rosenbauer HD-FixMix auf der Hochdruckstufe für die Hochdruck-Abgänge oder mit der Rosenbauer Variomatic mit Einspritzpunkt in der Verbindungsleitung von der Normal- auf die Hochdruckseite.
Wichtig ist grundsätzlich eine gründliche Ausbildung für das Verlegen der Leitung und hinsichtlich der Funktion und Bedienung des verwendeten (Hohl-)Strahlrohrs. Wird z. B. bei einem Hohlstrahlrohr der Volumenstrom in der Absicht, mehr Wasser abzugeben, „groß“ bzw. „zu groß“ eingestellt, dann sinkt nicht nur die Reichweite des Strahles, sondern durch die größere Fließgeschwindigkeit in der Leitung nehmen die Reibungsverluste zu, sodass der gewünschte Effekt sich eventuell nicht einstellt.
Dr.-Ing. Holger de Vries
Hinweise: Den vollständigen Beitrag zu den Versuchen finden Sie in der Feuerwehr-Ausgabe 3/26 ab Seite 20.
Einen Eindruck gibt es unter:
Dr.-Ing. Holger de Vries finden sie am Stand der Fa. H. O. Bostrom in Halle 27, Stand G16.
Das verwendete Schlauchmaterial Intrax ist am Stand der Fa. Haberkorn in Halle 14, Stand J19 zu sehen.
Die Technik der Fa. Rosenbauer wird in Halle 27, Stand D58 und im Freigelände C30 gezeigt.